top of page

Wenn der Sommer geht und der Alltag wieder kommt

  • vor 1 Tag
  • 5 Min. Lesezeit

Wie du die letzten Sommertage genießen kannst – ohne schon an Schule, Arbeit, Wäsche und Organisation zu denken


Der Sommer neigt sich langsam dem Ende zu.

Die Tage werden ein bisschen kürzer, die Abende vielleicht schon etwas kühler. Und während wir noch barfuß im Gras stehen, am Wasser sitzen oder den letzten Kaffee in der Sonne trinken, beginnt im Kopf schon leise die To-do-Liste zu laufen:


  • Schule.

  • Arbeit.

  • Termine.

  • Einkaufen.

  • Brotdosen.

  • Hausaufgaben.

  • Wäsche.

  • Organisation.


Und wenn du – so wie ich – die Ferien im eigenen kleinen Ferienhäuschen verbracht hast, kommt noch etwas dazu: Das Ferienleben muss wieder zurückgebaut werden.

Alles muss wieder eingepackt, gewaschen, sortiert und verstaut werden. Kühlschrank leeren. Haus sauber machen. Dinge zurückbringen. Und während man eigentlich noch gar nicht zurück in den Alltag möchte, ist man schon längst wieder mittendrin.

Kennst du das?


Der Urlaub ist vorbei – aber der Stress beginnt schon vorher


Eigentlich ist das ein seltsames Phänomen.

Wir haben uns wochenlang auf die Ferien gefreut. Endlich weniger Termine. Weniger Verpflichtungen. Mehr Zeit. Mehr Schlaf. Mehr draußen sein. Vielleicht weniger Handy, weniger E-Mails, weniger Funktionieren.

Und dann?


Kaum nähert sich das Ende der Ferien, beginnt unser Kopf bereits, den nächsten Modus hochzufahren.


Was muss noch erledigt werden?

Was muss ich für die erste Schulwoche organisieren?

Wann muss ich wieder arbeiten?

Was muss eingekauft werden?

Was ist mit den Wäschebergen?


Und nicht selten landet ein großer Teil dieser unsichtbaren Organisationsarbeit wieder bei uns Frauen. Wir organisieren nicht nur unseren eigenen Alltag. Wir haben häufig auch den der anderen im Kopf. Wir sind der Alltag.


Wer braucht wann was?

Wann ist der nächste Termin?

Was muss für die Schule besorgt werden?

Wer fährt wann wohin?

Was gibt es zu essen?

Was muss noch erledigt werden?


Und plötzlich ist der Sommer vorbei, bevor wir überhaupt richtig Abschied nehmen konnten.


Aber muss das wirklich so sein?


Vielleicht nicht.

Vielleicht müssen wir nicht zwischen „Sommer genießen“ und „wieder funktionieren“ wählen.

Vielleicht können wir den Übergang bewusster gestalten:

Nicht erst dann etwas verändern, wenn wir erschöpft sind - sondern früher anfangen, uns zu fragen:


Wie möchte ich eigentlich, dass sich mein Alltag anfühlt?


Hier sind meine 7 Ideen für dein Lebens-Design:


1. Lass die letzten Sommertage nicht zur Abschiedsparty werden

Wenn die Ferien zu Ende gehen, versuchen wir manchmal unbewusst, noch alles hineinzupacken.

Noch einmal essen gehen.

Noch einen Ausflug.

Noch ein Sommerfest.

Noch schnell Freunde treffen.

Noch einmal an den See.

Noch einmal lange aufbleiben.

Und gleichzeitig denken wir schon an alles, was danach kommt.

Vielleicht darfst du stattdessen einfach noch ein bisschen Sommer sein.

Ohne Bucket List.

Ohne „Das müssen wir unbedingt noch machen“.

Ein Kaffee draußen.

Ein Spaziergang.

Barfuß durch den Garten.

Ein Abend am Wasser.

Ein gutes Buch.

Oder einfach einmal gar nichts.

Nicht jeder Sommertag muss besonders sein, um schön zu sein.


2. Mach aus dem Übergang keinen Kraftakt

Wenn die Ferien vorbei sind, muss nicht alles an einem einzigen Tag erledigt werden.

Gerade wenn du nach Hause kommst und dich ein Berg aus Wäsche, Einkäufen und Organisation erwartet:

Nicht alles gleichzeitig - Teile die Aufgaben auf.

  • Was muss wirklich am ersten Tag erledigt werden?

  • Was kann bis morgen warten?

  • Was kann jemand anderes übernehmen?

  • Was muss vielleicht überhaupt nicht gemacht werden?

Das klingt banal – ist aber eine der wichtigsten Fragen überhaupt:

Muss ich das wirklich selbst machen?

Und noch besser:

Muss es überhaupt jetzt gemacht werden?

Nicht jede Aufgabe ist dringend, nur weil sie auf deiner To-do-Liste steht.


3. Plane nicht nur den Wiedereinstieg – plane auch deine Erholung

Das ist vielleicht mein wichtigster Tipp. Wenn du weißt, dass dein Alltag nach den Ferien wieder voll wird, dann reserviere dir bewusst kleine Inseln, bevor die Termine beginnen. Nicht erst, wenn du merkst, dass du sie brauchst. Sondern vorher.


  • Ein Spaziergang.

  • Eine Yogastunde.

  • Ein Abend ohne Termine.

  • Eine Stunde nur für dich.

  • Ein Treffen mit einer Freundin.

  • Zeit in der Natur.

  • Oder einfach ein Nachmittag, an dem nichts auf deiner Agenda steht.


Denn wenn wir unsere eigene Zeit immer erst dann einplanen, wenn alles andere erledigt ist, wissen wir eigentlich schon, wie es ausgeht: Sie findet nicht statt.


4. Starte nicht mit 100 Prozent

Nach den Ferien haben wir manchmal den Anspruch, sofort wieder perfekt zu funktionieren.

Montag: voller Arbeitstag.

Dienstag: Termine.

Mittwoch: Haushalt.

Donnerstag: Sport.

Freitag: alles nachholen, was bisher liegen geblieben ist.


Und nach einer Woche fragen wir uns: Warum bin ich schon wieder so müde?

Vielleicht, weil wir nie wirklich angekommen sind. Ein sanfter Wiedereinstieg kann viel besser funktionieren. Frag dich:

Was sind die drei Dinge, die in der ersten Woche wirklich wichtig sind?

✋🏻 Nicht zehn.

✋🏻 Nicht zwanzig.

👉🏻 Drei.

Der Rest darf sich sortieren.


5. Nimm etwas vom Sommer mit in deinen Alltag

Der Sommer hat uns vielleicht daran erinnert, was uns eigentlich guttut.

Mehr draußen sein, Langsamer essen, Morgens nicht sofort aufs Handy schauen.

Mehr Bewegung, Lange Gespräche, weniger Termine, mehr Leichtigkeit.

Die entscheidende Frage ist: Was davon muss eigentlich mit dem Sommer wieder verschwinden?

Vielleicht nichts. Vielleicht kannst du ein kleines Stück Feriengefühl mitnehmen:

  • Den Kaffee weiterhin draußen trinken.

  • Eine Abendrunde am Wasser oder durch den Park machen.

  • Einmal pro Woche bewusst einen freien Abend lassen.

  • Am Wochenende länger frühstücken.

  • Oder dir jeden Tag zehn Minuten Zeit nehmen, bevor der Tag dich übernimmt.


6. Und vielleicht darfst du deine Aufgaben neu verteilen

Gerade Frauen und Mütter kennen dieses Gefühl: „Ich mache es schnell selbst, dann ist es erledigt.“

Ja. Das ist meistens tatsächlich schneller. Aber langfristig bedeutet es auch: Alle wissen, dass du es machst.


Vielleicht ist der Übergang nach den Ferien ein guter Moment, Aufgaben neu zu verteilen.

Wer kann was übernehmen?

Wer kann Wäsche zusammenlegen?

Wer kann einkaufen?

Wer kann die Brotdosen vorbereiten?

Wer kann Termine im Blick behalten?

Du musst nicht die zentrale Organisationsstelle der ganzen Familie sein. Auch Verantwortung darf geteilt werden.


7. Frag dich nicht: „Wie schaffe ich das alles?

Das ist eine Frage, die wir uns viel zu oft stellen. Und sie setzt voraus, dass alles geschafft werden muss. Eine viel weiter bringende Frage ist:

Wie möchte ich meinen Alltag eigentlich erleben?

Möchte ich ständig hetzen?

Möchte ich jeden Abend erschöpft auf dem Sofa landen?

Möchte ich nur noch funktionieren?

Oder wünsche ich mir mehr Raum?

Mehr Energie?

Mehr Bewegung?

Mehr Zeit für mich?

Mehr Freude?

Mehr Verbindung?


Das ist für mich der Kern von Design Your Life.

Es geht nicht darum, ein perfektes Leben zu bauen.

Es geht darum, bewusst hinzuschauen und Entscheidungen zu treffen:

Was soll bleiben?

Was darf gehen?

Was brauche ich?

Und wie kann ich mein Leben so gestalten, dass es wieder mehr zu mir passt?


Der Sommer muss nicht vorbei sein, nur weil die Ferien vorbei sind.


Vielleicht ist das die schönste Erkenntnis. Du musst nicht bis zum nächsten Urlaub warten, um wieder mehr Leichtigkeit zu spüren. Du kannst kleine Stücke davon mitnehmen.

👉🏻 In deinen Montag.

👉🏻 In deinen Feierabend.

👉🏻 In deine Mittagspause.

👉🏻 In deinen Sonntag.


Und vielleicht ist genau jetzt ein guter Moment, nicht nur den nächsten Alltag zu organisieren, sondern ihn bewusst zu gestalten. Denn dein Leben passiert nicht irgendwann, wenn wieder mehr Zeit ist. Es findet jetzt statt. Und du darfst entscheiden, wie es sich anfühlen soll.


Denn dein Leben verändert sich nicht an einem einzigen Tag. Es verändert sich mit jeder Entscheidung, die du für dich triffst.

– Yvonne Siekiera

Kommentare


bottom of page