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Muttertag einfach neu gedacht:

  • 10. Mai
  • 2 Min. Lesezeit

Jedes Jahr im Mai sehen wir dieselben Bilder: Blumensträuße, Frühstückstabletts im Bett, selbstgemalte Karten und glückliche Mütter am gedeckten Familientisch. Und ja – das ist schön. Wirklich. Vor allem dann, wenn die Kinder schon erwachsen sind und sich bewusst Zeit nehmen, ihre Mutter zu besuchen.


Aber je länger ich selbst Mutter bin, desto mehr frage ich mich: Für wen ist dieser Tag eigentlich wirklich erholsam?


Denn während sich der Vatertag längst zu einem gesellschaftlich akzeptierten Party- und Ausflugstag für Männer entwickelt hat – unabhängig davon, ob sie überhaupt Väter sind – verbringen viele Frauen den Muttertag immer noch… mit Organisieren, Kochen und Funktionieren.


Der Vatertag ist ein offizieller Feiertag. Männer ziehen mit Freunden los, fahren Fahrrad, trinken Bier, verbringen Zeit ohne Verpflichtungen. Niemand hinterfragt das.


Der Muttertag hingegen? Findet an einem Sonntag statt. An einem Tag also, an dem viele Mütter ohnehin für die Familie kochen, vorbereiten, aufräumen und emotional „zuständig“ sind.


Natürlich gibt es liebe Gesten. Blumen. Kuchen. Besuche. Vielleicht sogar ein gemeinsames Essen. Aber wenn wir ehrlich sind: Für viele Frauen bedeutet Muttertag vor allem eines – noch mehr emotionale und organisatorische Arbeit.


Und was ist mit den Müttern kleiner Kinder? Mit den Frauen, die seit Jahren kaum eine Pause haben? Mit denen, die erschöpft sind, ständig funktionieren und sich selbst irgendwo zwischen Mental Load, Familienalltag und To-do-Listen verloren haben?


Wäre genau für diese Frauen nicht ein bisschen echte Pause angebracht?



Mein Muttertag sah dieses Jahr anders aus


Ich habe eine Entscheidung getroffen: Ich wollte keinen Blumenstrauß. Kein Familienessen. Kein „Heute musst du nichts machen“ – das am Ende doch bedeutet, dass ich alles im Blick behalten muss.


Stattdessen habe ich gemeinsam mit meiner besten Freundin – ebenfalls Mutter – einen Kurztrip gemacht. Wir sind nach Barcelona geflogen und haben uns ein richtig schönes Mädelswochenende gegönnt.


Wir haben ausgeschlafen. Wir sind durch kleine Gassen spaziert. Wir haben lecker gegessen (ohne zu kochen), gelacht, geredet - über Dinge, die niemand verstehen muss. Ohne Zeitdruck. Ohne Verantwortung. Ohne ständig an irgendetwas denken zu müssen. Einfach im Flow.


Und irgendwann zwischen Tapas, Sonne und Meeresluft haben wir beschlossen: Das machen wir wieder! Nicht als Ausnahme - sondern als neue Tradition für zukünftige Muttertage. Einfach mal raus aus dem Alltag.



Warum das mehr ist als „nur ein Wochenende“


In meinem Coaching für erschöpfte Frauen begegnet mir immer wieder dieselbe Erkenntnis:

Viele Frauen haben verlernt, ihre eigenen Bedürfnisse ernst zu nehmen:

  • Sie funktionieren

  • Sie kümmern sich

  • Sie tragen Verantwortung


👉🏻 Und oft glauben sie, dass Selbstfürsorge erst dann erlaubt ist, wenn alles andere erledigt ist.


Aber genau das führt langfristig zu Erschöpfung, denn Pausen sind kein Luxus - sie sind notwendig.


Und manchmal beginnt Veränderung mit einer ganz einfachen Entscheidung:

Sich selbst wichtig genug zu nehmen, um auszusteigen. Wenigstens kurz.


Vielleicht braucht es also gar nicht den perfekten Muttertag mit Blumen und Brunch. Vielleicht braucht es vielmehr die Erlaubnis, den Tag so zu verbringen, wie es der eigenen Seele wirklich guttut.


Für mich war das dieses Jahr ein Flug nach Barcelona. Für jemand anderen ist es vielleicht ein Spa-Tag, ein Hotel alleine, ein Nachmittag ohne Verpflichtungen oder einfach ein ausgeschaltetes Handy.


Die eigentliche Frage lautet doch:

Wann hat sich Muttersein eigentlich damit gleichgesetzt, niemals Pause machen zu dürfen?

Und vielleicht ist genau jetzt der richtige Moment, das zu ändern 🫶🏼



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