top of page

Winterdepression - Was tun?

Aktualisiert: vor 13 Stunden

Müdigkeit, Antriebslosigkeit und Heißhunger können Anzeichen einer Winterdepression sein. Sie tritt vor allem in den dunkleren Herbst- und Wintermonaten auf und ist gut behandelbar – wichtig ist, sie ernst zu nehmen.

 

Mehr Tageslicht, Bewegung und soziale Kontakte helfen. Bei stärkeren oder anhaltenden Symptomen ist ärztlicher Rat sinnvoll.


Was ist eigentlich eine Winterdepression?


Die klassische Depression ist eine häufige psychische Erkrankung und geht mit anhaltend gedrückter Stimmung oder einem Verlust von Freude bzw. Interesse an Aktivitäten über längere Zeit einher. Die Winterdepression wiederum tritt nur in den Herbst- und Wintermonaten auf und tritt seltener auf als die klassische Depression. Als saisonal abhängige Depression ist sie auch als saisonal affektive Störung (engl. SAD) bekannt. Sie gilt als leichtere Form der Depression, kann aber das Lebensgefühl und den Alltag der Betroffenen stark beeinträchtigen.


Typische Symptome reichen von Müdigkeit und Niedergeschlagenheit bis hin zu verändertem Essverhalten. Charakteristisch ist auch, dass die Winterdepression jedes Jahr nach einem ähnlichen Muster verläuft und sich Jahr für Jahr wiederholt. Für die Diagnose einer saisonal abhängigen Depression (SAD) müssen die depressiven Episoden in einer bestimmten Jahreszeit (z. B. im Winter) mindestens in zwei aufeinanderfolgenden Jahren auftreten.Nicht zu verwechseln ist die Winterdepression mit dem sogenannten Winterblues, der die Stimmung nur kurzfristig beeinträchtigt bzw. eher einem Stimmungstief entspricht. Die Betroffenen sind nicht dauerhaft niedergeschlagen.


Die Winterdepression zeigt neben typischen Depressionssymptomen zusätzliche, charakteristische Anzeichen, die sie von der klassischen Depression abgrenzen. Sie ist u.a. mit einem erhöhten Schlafbedürfnis verbunden, die Betroffenen sind müder und schlafen deutlich länger als sonst. Menschen, die an einer klassischen Depression leiden, haben zwar auch mit Müdigkeit zu kämpfen, klagen aber meist über Ein- und Durchschlafstörungen, da sie nicht zur Ruhe kommen.


Ein weiterer Unterschied ist, dass bei einer saisonalen affektiven Störung häufig vermehrter Appetit und Heißhungerattacken auftreten, während bei einer klassischen Depression oft unter Appetitmangel gelitten wird. Deutlich erkennbar ist die Winterdepression zudem an ihrem jahreszeitlichen Auftreten: Die Symptome beginnen im Herbst und klingen ab, sobald der Frühling beginnt und die Tage länger werden. Sie treten somit ausschließlich in dieser Zeit und wiederholt auf.


Woher kommt die Winterdepression?


Die genauen Ursachen der Winterdepression sind noch nicht vollständig erforscht. Die Wissenschaft geht davon aus, dass die Lichtexposition ein entscheidender Faktor ist. In den Wintermonaten nimmt der Mensch aufgrund der kürzeren Tage weniger Sonnenlicht auf. Dies kann zu einem Ungleichgewicht von Hormonen wie Melatonin und Serotonin führen, die den Schlaf-Wach-Rhythmus und die Stimmung regulieren.


Auch die Vitamin-D-Produktion, die eng mit der Sonneneinstrahlung zusammenhängt, könnte eine Rolle spielen. Ein Mangel an Vitamin D wurde bei manchen Menschen mit Winterdepression festgestellt.


Tipps zur Vorbeugung von Winterdepressionen


Sobald die Temperaturen sinken und die Tage kürzer werden, kann man mit verschiedenen Gewohnheiten und Maßnahmen dem Stimmungstief in der dunklen Jahreszeit entgegenwirken.


  • Erhöhte Lichtexposition

    Ein Mangel an Sonnenlicht gilt als Schlüsselfaktor für Winterdepressionen. Tägliche Spaziergänge im Freien, vor allem in den Mittagsstunden, können die Lichtexposition erhöhen. Auch die Verwendung spezieller Lichttherapielampen kann helfen, die Stimmung zu verbessern.

  • Regelmäßige Bewegung

    Sport wirkt sich nachweislich positiv auf die Stimmung aus und kann Symptome einer Depression lindern. Es muss kein intensives Training sein – schon regelmäßiges Spazierengehen oder Radfahren können helfen.

  • Feste Schlafenszeiten 

    Ein möglichst regelmäßiger Schlafrhythmus kann dazu beitragen, depressive Symptome zu bewältigen und das allgemeine Wohlbefinden zu unterstützen. Wichtig ist es daher,  möglichst jeden Tag zur gleichen Zeit ins Bett zu gehen und zur gleichen Zeit aufzustehen.

  • Soziale Kontakte pflegen

    Auch wenn es schwerfällt, weil manchmal die Energie fehlt, um sich nach der Arbeit oder nach einem stressigen Alltag noch zu motivieren: Es ist wichtig, soziale Kontakte zu pflegen, mit Freund:innen oder der Familie etwas zu unternehmen, denn soziale Isolation kann depressive Symptome verstärken.


Wann zum Arzt?


Sind die Symptome der Winterdepression schwerwiegender und belasten den Alltag, ist eine zeitnahe Abklärung durch den/die Hausärzt:in ratsam. Verschiedene Behandlungsmöglichkeiten helfen, die Symptome einer Winterdepression zu lindern. Dazu gehören:


  • Lichttherapie

  • Psychoterapie

  • Medikamente


Egal, ob depressive Symptome saisonal oder längerfristig auftreten, es ist immer in Ordnung, um Hilfe zu bitten. Vor allem, wenn die Symptome den Alltag schwerwiegend beeinträchtigen, dann ist es ratsam, den/die Ärzt:in aufzusuchen, um die Beschwerden abzuklären. Nach einer genauen Diagnose kann eine entsprechende Therapie eingeleitet werden.


Das Wichtigste im Überblick:

 

  • Winterdepression ist saisonale, meist mildere Form der Depression mit jährlichem Auftreten im Herbst/Winter - nicht zu verwechseln mit kurzfristigem Winterblues.

  • Mögliche Ursachen sind: weniger Tageslicht und somit mögliches Ungleichgewicht von Melatonin oder Serotonin sowie evtl. Vitamin‑D‑Mangel.

  • Symptome: vermehrtes Schlafbedürfnis, Heißhunger - klingen im Frühjahr ab.

  • Was hilft: Tageslicht erhöhen, regelmäßige Bewegung, stabiler Schlafrhythmus, soziale Kontakte pflegen.

  • Behandlung: ärztlich abklären lassen bei belastenden, anhaltenden Symptomen. Lichttherapie für verbesserten Schlaf-Wach-Rhythmus, Antidepressiva in Einzelfällen, Psychotherapie. 


Quelle: Doctolib

Kommentare


bottom of page